
Telematik-Gateways, Ferndiagnose, Over-the-Air-Updates, vernetzte Steuerungen und immer mehr autonome Funktionen in Bau-, Land- und Industriemaschinen.
Bau-, Land- und Industriemaschinen haben heute Telematik-Gateways, Ferndiagnose und Software-Updates über die Luft. Händler, Servicepartner und Flottenplattformen verbinden sich mit ihnen, oft zwanzig Jahre und länger nach der Auslieferung.
Jede dieser Verbindungen ist nützlich für den Kunden und ein möglicher Weg für einen Angreifer. Auch die Werke, in denen die Maschinen gebaut werden, sind ein Ziel: Ein Ausfall stoppt Produktion und Lieferungen. Mit dem EU Cyber Resilience Act und der neuen Maschinenverordnung gehört Sicherheit jetzt zu den Produktanforderungen.
Die Angriffswege, die wir im Maschinenbau und bei Off-Highway-Fahrzeugen am häufigsten sehen, vom Feld bis ins Werk.
Vernetzung
Mobilfunkmodule verbinden die Maschine mit Flottenportalen. Schwache Authentifizierung oder offene Dienste lassen Angreifer aus dem Internet ins Maschinennetz.
Cloud
Ein Portal verwaltet Tausende Maschinen. Eine Lücke in der Plattform oder ein gestohlenes Konto trifft alle verbundenen Kunden gleichzeitig.
Service
Laptops und Apps von Servicepartnern haben tiefen Zugriff auf Steuerungen. Verlorene Geräte und gemeinsame Passwörter sind häufige Einfallstore.
Updates
Unsignierte oder schlecht geschützte Updates können veränderte Software auf Steuerungen bringen, über die Luft oder in der Werkstatt.
Maschinennetz
Steuergeräte vertrauen sich auf dem internen Bus gegenseitig. Hat ein Angreifer ihn erreicht, kann er Maschinenfunktionen und angehängte Geräte beeinflussen.
Produktion
Ransomware im Büronetz breitet sich in Produktionsplanung und Maschinensteuerung aus. Montagelinien stehen still, Lieferungen verzögern sich.
Lieferkette
Steuerungen, Displays und Gateways kommen mit Betriebssystemen und Bibliotheken vieler Hersteller. Eine bekannte Schwachstelle kann in Tausenden Maschinen stecken.
Automatisierung
Automatische Lenkung und autonome Funktionen verlassen sich auf Satellitenortung und Sensoren. Störsender oder gefälschte Signale können die Maschine in die Irre führen.
Drei dokumentierte Fälle von Maschinenherstellern. Sie zeigen, dass ein Angriff selten in der IT bleibt: Er stoppt die Produktion, erreicht Kunden oder legt die Plattformen offen, die Maschinen im Feld verwalten.
Mai 2022, Ransomware
Der Landmaschinenkonzern hinter Marken wie Fendt und Massey Ferguson wurde am 5. Mai 2022 von Ransomware getroffen. Mehrere Produktionsstandorte waren betroffen, in der wichtigsten Saison für Landtechnik.
Folgen
Im Traktorenwerk im französischen Beauvais stand die Produktion drei Tage still, rund 1.000 Beschäftigte wurden nach Hause geschickt. Einige Händler konnten keine Ersatzteile online bestellen, und das Unternehmen meldete später Datenverluste.
Quellen: AGCO-Mitteilungen, Mai 2022; Reuters; Réussir Machinisme
November 2018, Ransomware
Der Münchner Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen wurde in der Nacht zum 21. November 2018 von Ransomware getroffen. Viele Rechner wurden verschlüsselt, Server vorsorglich vom Netz genommen, und die Angreifer forderten Lösegeld.
Folgen
Mehrere Standorte, darunter München, produzierten rund zwei Wochen mit reduzierter Kapazität. E-Mail und Festnetz fielen aus, Kunden mussten Mitarbeitende auf dem Handy erreichen.
Quellen: dpa, Dezember 2018; Plasteurope; European Rubber Journal
August 2021, Schwachstellen in der Plattform
Auf der DEF CON 2021 stellten Sicherheitsforscher Schwachstellen in den Web- und Cloud-Systemen von John Deere vor, darunter eine Lücke in CRM-Software eines Drittanbieters (CVE-2021-27653). Nach ihren Angaben erhielten sie damit weitreichenden Zugriff auf das Operations Center, die Plattform zur Überwachung und Steuerung von Landmaschinen.
Ergebnis
John Deere behob die gemeldeten Lücken und erklärte, dass weder auf Kundenkonten noch auf Daten zugegriffen worden sei und Maschinen im Einsatz nicht betroffen waren. Der Fall zeigt, wie viel von den Plattformen abhängt, die Maschinen im Feld verbinden.
Quellen: Vortrag auf der DEF CON 2021; The Security Ledger; ISMG
Sechs Bausteine, mit denen Sie Maschinenverordnung und CRA erfüllen, ohne die Entwicklung zu bremsen.
1
Eine Bedrohungsanalyse für jede Maschinenfamilie, die Vernetzung, Sicherheitsfunktionen und den Serviceprozess abdeckt.
2
Klare Anforderungen an Steuerungen, Telematik und Zulieferer, nachverfolgbar von der Risikoanalyse bis zum Test.
3
Signierte Software, geschützte Update-Wege und ein klarer Ablauf für Werkstatt und Over-the-Air.
4
Persönliche Konten, starke Authentifizierung und Protokollierung für Händler und Servicepartner.
5
Überwachung der Komponenten, ein Meldeprozess und Updates, solange Maschinen im Feld sind.
6
Getrennte Werksnetze und ein getesteter Wiederanlaufplan, damit ein infizierter Rechner nicht die Linie stoppt.
Von der ersten Prüfung der geltenden Regeln bis zu getesteten Maschinen und einem laufenden Schwachstellenprozess.
Klarheit, welche Regeln für Ihre Maschinen gelten und was zuerst zu tun ist.
Was wir tun
Sie erhalten
Bericht zur Anwendbarkeit, Lückenliste, Roadmap
Sicherheit, die in Ihre Maschinen und Steuerungen hineinentwickelt wird.
Was wir tun
Sie erhalten
Bedrohungsanalyse, Sicherheitskonzept, Anforderungskatalog
Der Nachweis, dass der Schutz wirkt, und ein Prozess für die Zeit nach dem Release.
Was wir tun
Sie erhalten
Testbericht, Reaktionsprozess, Meldeleitfaden
Eine Produktion, die weiterläuft, wenn die IT angegriffen wird.
Was wir tun
Sie erhalten
Zonenmodell, Maßnahmenplan, Wiederanlaufplan
Schritt 1
Wir legen Maschinenfamilien, Standorte und Regeln fest.
Schritt 2
Workshops und eine Prüfung der Unterlagen zeigen, wo Sie heute stehen.
Schritt 3
Wir erstellen die Arbeitsergebnisse mit Ihren Ingenieuren oder erzeugen sie mit AITIGRITY.
Schritt 4
Tests, Reviews und Audit-Vorbereitung schließen die Lücken, auf die es ankommt.
Ersetzt ab dem 20. Januar 2027 die Maschinenrichtlinie. Maschinen müssen gegen Korrumpierung geschützt sein, auch über angeschlossene Geräte und Fernzugriff, und sicherheitsrelevante Steuerungen müssen wie vorgesehen funktionieren.
Gilt für Produkte mit digitalen Elementen wie Steuerungen, Telematik-Einheiten und Maschinensoftware. Die Meldepflichten gelten seit dem 11. September 2026, die vollständigen Anforderungen ab dem 11. Dezember 2027.
Seit dem 1. August 2025 müssen Funkanlagen wie Telematik-Einheiten mit Mobilfunk oder WLAN Cybersicherheitsanforderungen erfüllen, gestützt auf die Normen der Reihe EN 18031.
Die Referenz für die Industrieautomation: sichere Entwicklung (62443-4-1), Anforderungen an Komponenten (62443-4-2) und Systemsicherheit (62443-3-3).
Funktionale Sicherheit für Landmaschinen und für sicherheitsbezogene Steuerungen. Die Security-Maßnahmen werden darauf abgestimmt, damit der Schutz nie die Sicherheit schwächt.
Viele Off-Highway-Hersteller und Zulieferer nutzen sie als Methode für die Bedrohungsanalyse fahrzeugähnlicher Maschinen.
Die Beratungsleistungen und AITIGRITY-Module, die Maschinenhersteller am häufigsten nutzen.
Ein kurzes Gespräch zeigt, welche Regeln für Ihre Maschinen gelten und welche Schritte zuerst kommen.
Mit einem Experten sprechenWenn eine Maschine Software enthält oder sich mit anderen Geräten oder Netzen verbindet, ist sie meist ein Produkt mit digitalen Elementen nach dem CRA. Viele Maschinen fallen zusätzlich unter die Maschinenverordnung, und beide gelten nebeneinander. Wir prüfen das pro Produktfamilie.
Das Anschließen eines Geräts oder eines Fernzugriffs an die Maschine darf zu keiner gefährlichen Situation führen. Sicherheitskritische Software und Daten müssen gegen Korrumpierung geschützt sein, und Eingriffe in diese Software müssen nachvollziehbar sein.
Für die Produktseite ist das eine starke Grundlage. Für den CRA brauchen Sie zusätzlich den Umgang mit Schwachstellen über den Support-Zeitraum, Meldeprozesse und eine bestimmte technische Dokumentation. Wir gleichen ab, was vorhanden ist und was noch fehlt.
Ja. Wir legen Sicherheitsanforderungen für Zulieferkomponenten fest und prüfen die gelieferten Nachweise, damit die gesamte Maschine die Anforderungen erfüllt.
Erzählen Sie uns von Ihrem Produkt und den Vorgaben, die Sie erfüllen müssen. Sie sprechen vom ersten Gespräch an mit einem Ingenieur.